Schweissausbrüche unter Opioide

Opioide wie Heroin, Methadon oder Subutex machen oft unangenehme Schweissausbrüche.

Opioide unterdrücken die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone werden in der Nebenniere und in einem dafür bestimmten speziellen Hinrareal, dem Locus Coeruleus, produziert und in die Blutbahn ausgeschüttet. Unter Opioideinfluss werden diese Hormone also nicht normal ins Blut abgegeben sondern bleiben bis zum Platzen in den Speicherbläschen der speziellen Nervenzellen im Nebennierenmark und im Locus Coeruleus. Wenn diese übervollen Hormonbläschen aufplatzen und sich plötzlich in die Blutbahn entleeren, werden heftige Schweissausbrüche verursacht. Man kann sich das vorstellen, wie ein übervoller Dampfkochtopf, der plötzlich überschwappt.

Diese Nebenwirkung ist dosisabhängig und tritt bei Methadondosierungen meist erst ab 50 mg / Tag auf. Beim geringer wirksamen Subutex® (Buprenorphin) ist diese Nebenwirkung deswegen weniger oft oder weniger heftig zu beobachten. Beim Heroin tritt diese Nebenwirkung nur auf, wenn mehrmals täglich eine hohe Dosis eingenommen wird.

Die Behandlung ist schwierig. Am ehesten bewähren sich Tropfen eines Tollkirschenextrakts: Bellafit-N®, 3 bis 5 mal täglich 3 bis 5 Tropfen. Das wirkt innert weniger Minuten aber die Wirkung hält auch nur ein bis zwei Stunden an. Bei Überdosierung treten zuerst Mundtrockenheit, dann Verschwommensehen, Doppelbilder, Schwindel und im Extremfall unangenehme Wahrnehmungsstörungen und sogar Bewusstlosigkeit auf. Für Patienten mit Psychosen ist dieses Mittel nicht geeignet. Alternativen sind gegen Herzkrankheiten und Bluthochdruck verwendete Medikamente wie Kalciumantagonisten (Nifedipin), systemisch wirkende Betablocker (Inderal®, Dilatrend®) oder Nitroglycerin (Sorbidilat®), welche aber weniger zuverlässig gegen diese Schweissausbrüche wirken.